Bei rheumatoider Arthritis (RA) können selbst einfache Tätigkeiten wie Laufen oder Hausarbeit zur Herausforderung werden. Dennoch ist körperliche Bewegung bei der Behandlung von RA-Symptomen besonders wichtig. Körperliche Bewegung liefert extra Energie: Die ist besonders wichtig, um z. B. Müdigkeit entgegenzuwirken.
Am besten, Sie beginnen in den ersten Wochen mit täglichen Übungen von ca. 10 Minuten. Wenn Sie sich bereit fühlen, können Sie die täglichen Übungseinheiten auf 3x 10 Minuten ausweiten. Sich über längere Zeit an ein Übungsprogramm zu halten ist leichter, wenn es etwas Abwechslung bietet: Schwimmen, Radfahren, Tennis oder Gartenarbeit. Ihr Übungsprogramm sollte Ihnen nicht langweilig werden.
Übung 1: Richtig aufwärmen
Vor jeder Übungseinheit ist es wichtig, dass Sie Ihre Muskeln lockern und das Blut in Schwung bringen. Um den Körper aufzuwärmen, kann es schon reichen, fünf Minuten zu gehen und dabei mit den Armen zu rudern. Anschließend sollten Sie sich leicht dehnen, um den Körper auf die anstehende Aktivität vorzubereiten. Dehnen Sie sich langsam und gehen Sie nur soweit, bis Sie spüren, dass Ihre Muskeln leicht belastet sind. Das Dehnen soll nicht wehtun.
Übung 2: Die Zehen berühren
Eine der leichtesten Dehnungsübungen ist gleichzeitig auch eine der schwierigsten: Setzen Sie sich auf eine Matte auf den Boden, den Rücken aufrecht, die Beine nach vorne ausgestreckt.
Jetzt greifen Sie nach Ihren Zehen. Bleiben Sie 10 bis 20 Sekunden in dieser Position sitzen. Dann richten Sie sich langsam auf bis der Rücken wieder gerade ist.
Übung 3: Die Finger dehnen
Rheumatoide Arthritis betrifft oft die kleinen Gelenke in den Händen. Darum ist es wichtig, dass Sie Ihre Finger lockern. Eine sehr effektive Übung dafür ist, die Finger zur Faust zu ballen. Halten Sie zu Beginn Ihre Hand aufrecht, Finger nach oben. Dann beugen Sie langsam die Finger zur Handfläche, ein Knöchel oder Gelenk nach dem anderen, bis zur Faust.
Wiederholen Sie die Übung mit beiden Händen. Für eine weitere Fingerübung legen Sie die Hand flach auf einen Tisch oder eine andere feste Oberfläche. Spreizen Sie die Finger so weit auseinander, wie es ohne Schmerzen möglich ist. Die gespreizte Position 10 bis 20 Sekunden halten und die Übung mehrmals am Tag wiederholen.
Übung 4: Den Brustkorb dehnen
Bei Patienten, die unter rheumatoiden Arthritis leiden, sind oft die Schultern zusätzlicher Belastung ausgesetzt.
Wenn Sie bemerken, dass Sie sich häufiger nach vorne krümmen, ist eventuell Ihre Schulter- oder Rückenmuskulatur überbelastet oder Ihre Brustmuskulatur etwas geschwächt.
Um dem entgegenzuwirken, gibt es eine leichte Dehnübung im Sitzen: Halten Sie Ihren Rücken gerade, die Arme hängen an der Seite. Beugen Sie die Ellenbogen mit den Handflächen nach oben, als ob Sie ein „W“ formen. Jetzt versuchen Sie Ihre Schulterblätter zusammenzudrücken. Dehnen Sie so den Brustbereich für 10 bis 20 Sekunden.
Nachdem Sie sich gedehnt und aufgewärmt haben, können Sie sich nun Ihrem persönlichen Lieblingssport widmen. Aber welchem?
Strammes Laufen ist für fast jeden gut. Wenn Ihre Knie und Fußgelenke es zulassen, ist auch Joggen eine gute Wahl. Allerdings führt rheumatoide Arthritis häufig auch zu schmerzhaften Knien und Fußgelenken. In dem Fall ist es besser ein Übungsprogramm zu erstellen, das diese Gelenke entlastet. Schwimmen oder Übungen in warmem Wasser, wie zum Beispiel Aquafitness, eignen sich hervorragend, da die Tragkraft des Wassers den Druck auf die Gelenke mindert. Wenn Ihnen Laufen unangenehm in den Gelenken ist, könnte Fahrradfahren eine Alternative für Sie sein. Für ein etwas sanfteres Training können Sie zum Beispiel zum Yoga gehen. Yoga kann durchaus sehr anstrengend sein, doch in einem Anfängerkurs können Sie langsam einsteigen.
Die hier genannten Übungsvorschläge bieten Ihnen einen guten Anfang. Wenn Sie jedoch ein detaillierteres Übungsprogramm zusammenstellen möchten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder an einen Physiotherapeuten, der auf die Arbeit mit RA-Patienten geschult ist. Dies gilt ganz besonders, wenn Sie schon seit längerem keinen Sport mehr gemacht haben oder Sie sich auf die therapeutische Rehabilitation bestimmter Gelenke oder Muskeln fokussieren müssen. Sportliche Aktivität bei RA kann eine Herausforderung darstellen. Doch körperlich aktiv zu bleiben ist besonders wichtig. Regelmäßige Bewegung ist der Schlüssel, um gesund zu bleiben und eine gute Lebensqualität zu erhalten.
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